Frau Mühl, seit Anfang des Jahres 2022 leiten Sie die Heilpädagogisch-integrative Kita in Beeckerwerth. Was reizt Sie an dem Aufgabenbereich in dieser Kita?
Diese Kita macht vor allem die Arbeit in einem interdisziplinären Team interessant. Gemeinsam mit KollegInnen aus unterschiedlichen Berufsfelder wie ErzieherInnen, HeilpädagogInnen, LogopädInnen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen und SozialpädagogInnen versuchen wir Kinder mit und ohne Förderbedarf optimal zu begleiten und in ihren Stärken zu fördern. Außerdem arbeiten wir hier angelehnt an der Reggio- Pädagogik und das entspricht genau meiner Auffassung vom pädagogischen Arbeiten. Des Weiteren schätze ich das Deutsche Rote Kreuz als Träger mit seinen Grundsätzen.
Wie setzen Sie den pädagogischen Ansatz mit ihrem Team in der Kita um?
Unsere Arbeit ist geprägt von der Achtung, die allen Kinder und Erwachsenen entgegengebracht wird. Wir möchten gemeinsam mit den Kindern lernen, keine fertigen Antworten parat haben, sondern beobachtende Unterstüzter*innen sein.
Gerne möchte ich dies an einem Beispiel aus der Praxis erklären: Bei uns hat jedes Kind zum Laternenfest die Möglichkeit, seine eigene, individuelle Laterne herzustellen. Dabei ist uns wichtig, dass jedes Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten an dem Entstehen seiner Laterne teilhaben kann. Das kann je nach Fähigkeiten des Kindes von komplett selbständigen planen, werken und Fertigstellen mit und ohne Hilfestellungen bis zum Auswählen der Materialien oder Spüren der Stimmung beim Dabei sein gehen.
So entstehen in unserer Kita 57 individuelle Kunstwerke, die wir unabhängig von unserem eigenen ästhetischen Empfinden gleich wertschätzen. Dies unterstreichen wir, indem wir sie in einer großen Ausstellung in Szene setzen.
Spiegelt sich die Reggio-Pädagogik auch in den Räumlichkeiten der KiTa wieder?
Schon beim Planen der KiTa wurden pädagogische Fachkräfte mit einbezogen, die überlegt haben, was Kinder für Möglichkeiten brauchen um sich in dem Haus gut zu entwickeln. So ist zum Beispiel eine große Piazza (Dorfplatz) entstanden, der als Ort der Begegnungen, Treffpunkt für Singkreise und für Feste einlädt. Alle Räume werden von uns so gestaltet, dass die Kinder regelrecht eingeladen werden zu entdecken, zu forschen, auszuprobieren und somit zu lernen. In jedem unserer Gruppenräumen befindet sich eine zweite Ebene, wir haben eine große Turnhalle mit vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten und eine großzügiges Außengelände mit einem Bauwagen, der als zusätzlichen Raum zum Forschen und Entdecken dient. In unserem Atelier steht den Kindern immer eine Fülle von Materialien zur Verfügung um ihre Ideen zu verwirklichen.











